Andacht zum Durchhalten

Andacht zum Durchhalten

Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!


Liebe Kirchengemeinde!

Nun sind wir schon mehr als einen Monat lang aufgefordert Abstand zu halten und keine Gottesdienste und Gemeindekreise stattfinden zu lassen. Das ist natürlich sehr schade!
Ganz bestimmt hätten wir uns derzeit alle besonders viel zu erzählen.
Hoffentlich könnten wir gemeinsam nicht nur diese unheimliche, weil so noch nie dagewesene Situation beklagen, sondern auch zusammen merken, dass wir dennoch gut behütet sind, denn es mangelt uns nicht an Glaube, Liebe, Hoffnung und auch nicht an Wasser, Nahrung und einem Dach über dem Kopf.



Ich persönlich finde es zudem sehr beruhigend, dass wir heutzutage so selbstverständlich mit dem Telefon zumindest den fernmündlichen Kontakt zu unseren Familien und auch untereinander halten können. Wer mit E-Mail und Internet vertraut ist, konnte in den letzten Wochen vielleicht auch die aufgezeichneten Videoandachten aus der Schlosskirche in Bernburg verfolgen.

Dieser Brief versteht sich als eine kleine Andacht zum Durchhalten in der diesjährigen Osterzeit für uns alle. Es sind Texte und Gedanken zum Sonntag Misericordias Domini,
zu deutsch „von der Barmherzigkeit des Herrn.“ Davon wollen der Psalm, das Evangelium, die kurze Auslegung, die Fürbitten und der Segen uns erzählen und uns in unserem Vertrauen auf Gott bestärken. Bekannt ist Misericordias Domini auch als der Sonntag vom guten Hirten! Diesen guten Hirten wünsche ich uns allen, besonders in diesen Zeiten! Ihr Pf. Wenzlaff


Psalm 23

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.


Evangelium Johannes 10, 11 – 16
11 Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. 12 Der Mietling, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht – und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie –, 13 denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe. 14 Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, 15 wie mich mein Vater kennt; und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. 16 Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden.


Auf was ist wirklich Verlass in unsicheren Zeiten? Wir denken vielleicht zuerst an Familie oder an Freunde, die schon öfters in Notzeiten selbstverständlich für uns da gewesen sind. Mancher hat auch schlechte Erfahrungen in solchen Situationen gemacht, so dass er am ehesten antworten würde: „Ich verlasse mich nur noch auf mich selbst!“ Dann wird man sich allerdings schnell auch recht verlassen fühlen, denke ich.


Sich auf etwas oder jemanden verlassen kann durchaus zu Enttäuschungen führen, wie wir bestimmt alle längst erfahren haben. Das geht uns mit Menschen so und es kann uns auch in unserem Glauben so ergehen. Jedoch ist das immer nur eine Seite der Medaille! Worauf wirklich Verlass ist, speist sich genauso aus meinen Erfahrungen des Lebens und Glaubens wie meine Enttäuschungen. Dazu lohnt es sich, Vertrauen zu wagen!


In dem Bild von dem guten Hirten wirbt Jesus um uns Menschen, unser Vertrauen auf ihn zu setzen. Egal, was auch kommen wird, er geht mit uns und begleitet uns wir ein Hirte seine Schafe. Es ist die Ostererfahrung, die ans Licht gebracht hat, dass er auch sein eigenes Leben für uns hingibt. Und es ist die Ostererfahrung, die uns glauben und hoffen lässt, dass er den Tod für uns besiegt hat.

Fürbitten
Jesus Christus, du guter Hirte, du hast dein Leben preisgegeben.
Du bist auferstanden. Du rettest uns und diese Welt.
Du kennst unsere Not. Du siehst die Kranken leiden, die Trauernden weinen, die Mutlosen verzweifeln. Rühre sie an. Deine Stimme schenke ihnen neues Leben.
Jesus Christus, du guter Hirte, erbarme dich.


Du kennst den Zustand der Schöpfung. Du siehst die Sehnsucht nach Gerechtigkeit, die Hoffnung auf Frieden in den endlos weiter gehenden Kriegen. Du rufst zum Frieden. Deine Stimme beende die Gewalt.
Jesus Christus, du guter Hirte, erbarme dich.


Du siehst unseren Glauben und unsere Liebe. Du siehst unseren guten Willen und unsere Grenzen. Du bewahrst deine Kirche. Deine Stimme durchdringe und verwandele uns.
Jesus Christus, du guter Hirte, erbarme dich.

Du bist vom Tod auferstanden. Du bist gegenwärtig. Dir vertrauen wir uns an. Amen.

Segen
Gott, der Vater, durch dessen Liebe Christus von den Toten auferweckt ist, öffne uns die Tore des ewigen Lebens. Christus, der siegreich aus dem Grab erstanden ist, schenke uns die Freude des österlichen Glaubens. Der Heilige Geist, der die Jünger erfüllt hat mit der Kraft des Auferstandenen, erfülle auch uns mit dem Frieden Christi. Amen.

Bis zu einem Wiedersehen! Hoffentlich im Mai!

Wol